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Exkursion zur JVA Tegel

anleser jva 2014Die Exkursion zur JVA Tegel stimmte uns Kollegiaten bereits im Vorfeld neugierig. Nachdem wir uns im dritten Semester unseres Leistungskurses (Psychologie) mit verschiedenen Aggressionstheorien beschäftigt hatten, wurden wir nun mit einer möglichen Situation der Konsequenz aggressiven Verhaltens konfrontiert: dem Strafvollzug. Bereits am Eingang wurden wir mit der Realität der Gefängniswelt konfrontiert...

noch vor jvahineinlaufend

Alles außer einem Taschentuch und unserem zuvor registrierten Ausweis wurde unter Verschluss genommen. In kleinen Gruppen ging es durch die gesicherte Eingangsschleuse und danach wurde jeder einzelne auf das Mitführen unerlaubter Gegenstände im Sicherheitsbereich kontrolliert. Zwei Mitarbeiter der Sotha (Sozialtherapeutischen Abteilung der JVA) nahmen uns danach in Empfang. Die gelernte Verhaltenstherapeutin ermöglichte uns viele Einblicke in das Gefängnisleben und beantwortete jede unserer Fragen. Uns wurde klar, dass das Verhalten der Mitarbeiter der Sotha sich deutlich von dem etwas beängstigenden Verhalten der Eingangskontrolleure unterscheidet. Das Verständnis bezüglich des Zustandekommens erfolgversprechender therapeutischer Arbeit verschloss sich uns nach diesen positiven Eindrücken nicht mehr. Besonders beeindruckend war die Besichtigung der Gefangenenräume, der Gemeinschaftsräume und des Besucherbereichs. Die bewusste Konfrontation mit zwei der Insassen, die bereitwillig über ihr Leben im Gefängnis und zum Teil über die therapeutische Aufarbeitung ihrer Delikte sprachen, war sehr beeindruckend und beschäftigte uns nachhaltig. Vorbehalte, sofern diese bestanden, wurden gemildert. Die Arbeit der Sotha erschloss sich uns dank der im Unterricht thematisierten Grundlagen. Die Sotha dient dem Gemeinwohl und wir verließen das Gefängnis mit dem Gefühl, dass die Psychologie in ihrem vielfältigen Anwendungsvermögen hier eine sehr wichtige Aufgabe verfolgt.

wartendin einer schlange

Die Verhaltenstherapeutin ließ uns wissen, dass normalerweise nur Fachpersonal und ausländische Delegationen das Gefängnisgelände besichtigen. Aufgrund dessen waren wir tief beeindruckt, dass uns, Dank unserer Lehrer, dieser Einblick gewährt wurde. Wir wurden freundlich und respektvoll behandelt und lernten viel über die Gefängnisrealität.

I. Kräuter

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