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Buon Giorno und Hallo!

sprecher kursfahrtvideoDie Lateinkurse der Q- und E-Phase des VKK's haben vom 27.04.2014 bis 04.05.2014 eine Kursfahrt nach Neapel unternommen. Hierzu möchten wir euch in einem kleinen Video (auf dem Youtube-Channel des VKK) ein paar Eindrücke dieser Fahrt etwas näher bringen.
Begonnen hat die Reise an einem Sonntagmorgen um 05:30 Uhr am Flughafen Schönefeld. Der Schlaf saß uns allen noch im Nacken, als es auf einmal schon hieß: Abflug nach Napoli. Nach 1,5 Stunden Flugzeit waren wir in Bella Italia angekommen.
Jetzt hieß es erstmal mit Sack und Pack zu unserer Unterkunft in Sorrent zu gelangen. Also auf zur Circumvesuviana und nach Sorrento!
Nach gut einer Stunde Fahrt standen wir dann in Sorrent. Das Wetter war uns aber nicht sonderlich wohl gesonnen. Aber was sollte es? Noch immer war das Ziel unserer Reise nicht erreicht. Also rein in den Bus und eine kurvige Bergstraße hoch. – Und dann ab an die Rezeption, die Schlüssel für die Bungalows in Empfang genommen und erstmal ankommen hieß es. Nach gut einer Stunde trafen sich alle am Eingang vom Campingplatz, um Sorrent mal einen Besuch abzustatten. Nun galt es, die Bergstraße runter zu kommen. Klingt jetzt vielleicht nicht sonderlich spannend, allerdings hat die Straße zum größten Teil keinen Bürgersteig und die italienischen automobilisti sind schon mal recht flott unterwegs.

Als wir nun „unten" in der Altstadt angekommen waren, bot sich uns ein schöner Anblick. Das Städtchen, das seit Jahrhunderten als Ziel für Italiensehnsüchtige gilt, schmiegt sich an die malerische Steilküste des Golfs von Nepal, nein Neapel. Nachdem wir uns einen guten Überblick über Sorrent und seine Sehenswürdigkeiten gemacht hatten, war es am folgenden Tag an der Zeit, sich etwas anderem zu widmen.
Dieses andere war Herculaneum, eine antike römische Stadt, die wie Pompeji im Jahre 79 n. Christus den Launen des Vesuvs zum Opfer gefallen ist. Ein Vortrag zur Stadtgeschichte ließ für jeden von uns ein lebendiges Abbild der damaligen Zeit Wirklichkeit werden. Da Herculaneum im Gegensatz zu Pompeji von einer Schlammlawine heimgesucht wurde, nachdem der Vesuv ausgebrochen war, haben sich die Häuser und Geschäfte besser erhalten, viele Häuser stehen sogar noch bis zu ihrer ursprünglichen Höhe, was es noch leichter macht, sich das geschäftige Treiben vor 2000 Jahren vorzustellen.

pompeji kursfahrt2014

Im Anschluss ging es nach Napoli, um - neben einer originalen Pizza Napoli a la Mama –einen Stadtrundgang zu einigen der interessantesten Sehenswürdigkeiten zu machen. Auch hier wurden wieder Vorträge gehalten. Unter anderem sahen wir das Castel Nuovo, eine ehemalige Festung der aragonesischen Könige aus dem 13. Jahrhundert, oder die in der Zeit des Klassizismus erbaute Kirche San Francesco di Paola. Auch die Galeria Umberto I. durfte nicht fehlen, eine beeindruckende überdachte Einkaufspassage aus den Jahren 1887 – 1890 und somit eine der ersten weltweit.

pompeji stadtsicht kursfahrt2014

Der Dienstag hielt für uns einen Besuch der weltbekannten Stadt Pompeji bereit. Diese Stadt, die zu ihrer Blütezeit vor dem Untergang eine der reichsten des Römischen Imperiums darstellte, ist heute die größte ausgegrabene Stadtruine der Welt. Dabei hat man seit 1748 gerade einmal 2/3 der ursprünglichen Stadt freigelegt. Heute liegt die Hauptaufgabe der Archäologen und Wissenschaftler jedoch darin, wichtige Instandsetzungs- und Konservierungsarbeiten durchzuführen, die in der Vergangenheit aus verschiedensten Gründen nur geringfügig durchgeführt worden sind. Man betritt die Stadt wie vor 2000 Jahren durch eines der Stadttore, um fast gleichzeitig auf das Forum zu stolpern. Hier hat sich das geschäftige Leben abgespielt, wurde Markt abgehalten und Reden gelauscht. Ebenso gut erhalten haben sich beispielsweise das große Amphitheater am Rande der Stadt sowie die Theater im Unterhaltungsbezirk Pompejis. Man läuft vorbei an vielen verschiedenen Werkstätten und Geschäften und Tabernae und möchte sich bei deren Anblick eigentlich gleich einen Hamburger bestellen. Denn obwohl ein paar Jahre dazwischen liegen, haben die Fast-Food-Restaurants von heute und diese Gasthäuser eine enorme Ähnlichkeit. Lassen wir einfach die Bilder sprechen. ...
Am Mittwoch, den 30.04.2014, standen wieder Orte aus zwei unterschiedlichen Zeiten auf dem Programm. Zuerst besichtigten wir die Stadt Caserta mit ihrem Versailles Italiens. Dies ist ein aus dem Barock stammender Königspalast und eine der größten Palastanlagen Europas. 1217 Zimmer lassen einen doch schon überlegen, ob man nun in Zimmer 438 oder 1040 Mittag essen möchte. Wem die Suche nach einem geeigneten Speisezimmer zu viel ist, der kann sich auf dem rund 100 Hektar großen Schlosspark ein Plätzchen zum Dinieren suchen. Hier erwarten einen riesige Wasserbecken mit Fontänen und Kaskaden, gesäumt von zahlreichen Wasserspielen. Die gesamte Parkanlage zieht sich in mehreren Terrassen einen Berghang hinauf. Warum auch nicht...caserta kursfahrt2014

capua kursfahrt2014Nach barockem Prunk und Tamtam zog es uns wieder in die Antike zurück. Diese erlebten wir am selben Tag in Capua, denn hier stehen die Reste des zweitgrößten Amphitheaters des Römischen Reichs. 170 x 140m Außenmaße sprechen für sich. Zwar ist oberirdisch nicht mehr viel erhalten geblieben, dafür sind die unterirdischen Gänge und Anlagen, mit denen damals Gladiatoren und wilde Tiere auf die Bühne befördert worden sind, sehr gut erhalten, ganz im Gegensatz zum Kolosseum in Rom. Auch eine gewisse Kapriziosität hat Capua zu bieten: eines der wenigen sehr gut erhaltenen Mithräen in Europa. Über den Mithraskult weiß man nur wenig, da er als Mysterienkult im Römischen Reich galt. Das bedeutet, die Anhänger durften über ihre Zusammenkünfte kein Wort verlieren, demzufolge kann man heutzutage über die Rituale und Ereignisse, die sich innerhalb dieses Kults abgespielt haben, nur mutmaßen. Nachdem wir die Welt des Mystischen wieder verlassen hatten und sich jeder bei den örtlichen Händlern Proviant für den nächsten Tag besorgt hatte, traten wir die lange Reise zurück nach Sorrent an.

Donnerstag, der 01.05.: Heute stand nur ein Ziel auf dem Programm, das aber aufgrund seiner Vielzahl an Bauten der griechisch-römischen Antike viel Zeit zum Verweilen zuließ: Paestum. Nein, man kanns nicht zu Nudeln essen, das würde sonst schwer im Magen liegen. Paestum war eine Stadt, die von den Griechen um 600 v. Chr. als Poseidonia gegründet wurde und berühmt für seine gut erhaltenen griechischen Tempel ist. Um 400 v. Chr. kam das Volk der Lukaner auf ein kriegerisches Têtê-á-têtê vorbei, das dann um 270 v. Chr. von den Römern abgelöst wurde. Somit wurde das nun Paestum genannte Städtchen zur römischen Kolonie. Als ob dies nun nicht schon genug Besucher waren, kamen im 9. Jhd. noch die Sarazenen und im 11. Jhd. die Normannen vorbei. Offenbar war die Bevölkerung des ganzen Besuchs überdrüssig, denn danach wurde Paestum aufgegeben. Nichtsdestotrotz ist Paestum alleine schon beim Anblick der zum Teil über 2500 Jahre alten Tempel, die offenbar für die Ewigkeit gebaut worden sind, einen Besuch wert. Nicht umsonst ist der Ort als UNESCO-Weltkulturerbe eingetragen worden.

paestum kursfahrt2014

Freitag wurde es heiß und ging es hoch hinaus, denn der Aufstieg auf dem Vesuv stand auf dem Plan. Bei strahlendem Sonnenschein ging es mit der Circumvesuviana zu unserem Startpunkt des Aufstiegs, der erstmal mit einem Busshuttle begann... Wir sind letztlich nicht die gesamte Strecke zum Vesuv hoch gelaufen, denn dafür gab es eine viel spannendere Möglichkeit. Nachdem uns das Busshuttle am Bestimmungsort abgesetzt hatte, ging die Fahrt mit umgebauten Unimogs. Diese Allrad-Ungetüme brachten uns über eine antike Bergstraße auf knapp 900 Höhenmeter. Von da an waren noch rund 400 Höhenmeter auf einem serpentinenartigen Schotterweg zu Fuß zu bewältigen. Wohin man auch sah, überall sah man die rote, eisenhaltige Erde des Vesuvs. Als wir nun oben angekommen waren, war von der anfangs besagten Hitze nichts zu merken. Zum einen war es in gut 1300 Metern Höhe recht kühl und zu unserem Überdruss war mit dem Wetter wieder einmal nicht gut Kirschen essen. So standen wir also am Kraterrand und sahen statt eines spektakulären Panoramas vom Golf von Neapel... nichts. Eine dicke Wolkenschicht hing direkt über dem Vulkan und man konnte vielleicht 10 Meter weit sehen. Zum anderen war der Berg, der zuletzt 1944 seinen feurigen Schlund geöffnet hatte, mucksmäuschenstill. Im Anschluss ging es wieder in einer wilden Fahrt den Berg hinab und einige besuchten noch die in der Nähe gelegenen Villen San Marco und Ariana, die jeweils einen guten Eindruck vom Leben im antiken Stabiae geben konnten.
Der Samstag stand unter dem Motto: Mach doch was du willst! So begaben sich einige von uns mit der Fähre zur schönen Insel Capri, andere suchten in Sorrent noch einige schöne Erinnerungen für die Liebsten daheim und wieder andere begaben sich auf eine kurvenreiche und spannende Busfahrt auf der Strada statale 163, auch Amalfitana genannt, nach... genau nach Amalfi. Die Amalfitana ist zwar eigentlich zweispurig ausgelegt, allerdings an vielen Abschnitten — und das betrifft gerade Kurven — so eng, dass der Bus, mit dem wir gefahren sind, gefühlt alle 5 Sekunden hupen musste. Nicht weil der Vorausfahrende so langsam fuhr, sondern um entgegenkommende Autofahrer darauf aufmerksam zu machen, dass ein Fahrzeug um die Kurve kommt. Sonst hätte die Fahrt 150 Meter tiefer im Meer geendet. Denn mit Ausnahme einer kniehohen Mauer gab es sonst keine Hindernisse mehr, da die Straße direkt in Hang der bergigen Küste hinein gebaut worden ist. So kommt es auch, dass sich Dörfer und Städte terrassenartig die Küste hochstapeln und selbst der kleinste Bergsporn als Bauplatz für ein Haus genutzt wird. In Amalfi angekommen erfuhr man, was es heißt, im Zeitalter des Massentourismus zu leben. Die Stadt, die eigentlich nur etwas mehr als 5000 Einwohner hat, quoll über vor Besuchern und man musste sich seinen Weg durch Menschenmengen in den kleinen Straßen und Gassen bahnen, um zur Hauptsehenswürdigkeit des Ortes zu gelangen: dem Dom. Jetzt wird man sich denken: Wow, ein Dom.... Allerdings ist das erstaunliche an dieser Kirche die schiere Größe. Der Dom wurde im 10. Jahrhundert erbaut, zu dieser Zeit stellte Amalfi die Drehscheibe des Handels zwischen Orient und Okzident dar. Sogar den Status einer Seerepublik wie Genua, Pisa und Venedig hatte Amalfi inne. Seine Bedeutung verlor Amalfi allerdings mit dem Einfall der Normannen im 11. Jahrhundert. Aber dafür fallen ja heutzutage andere Leute in die kleine beschauliche Stadt ein...
Der Sonntag läutete das Ende unserer Reise ein, also hieß es denselben Weg wieder zurück zu nehmen, den wir schon auf der Hinreise genommen hatten. Nur fuhr zu solch früher Zeit (um 5 Uhr morgens) noch kein Bus. Also gings mit den Koffern den wilden Ritt die Straße hinunter. Vormittags brachte uns der Flieger wieder zurück in die Heimat, wo wir wieder wohlbehalten ankamen.
Das war unser Bericht zur Exkursion nach Italien. Wir hoffen, dass wir euch somit ein kleines Stück Italien ins Wohnzimmer bringen konnten. Auf bald!

S. Joseph

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