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Klimaschutz in der Entwicklungszusammenarbeit - Eine besondere Geographiestunde

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Wenn es eine besondere Veranstaltung gibt, werden am VKK schon einmal zwei Kurse zusammengelegt. So geschehen auch am 6. Oktober 2021, als Anne Theuerkauf, Country Engagement Specialist bei der NDC Partnership Support Unit in Bonn, sich die Zeit genommen hat, für die beiden Geographiekurse der Q3 über die Entwicklungszusammenarbeit in Sachen Klimaschutz zu sprechen. Natürlich ganz modern via ZOOM. Frau Theuerkauf lenkte unseren Blick zunächst auf aktuelle Katastrophen wie das Jahrhunderthochwasser bzw. die Flutkatastrophe im Sommer 2021 in Deutschland oder die schweren Dürren in Madagaskar. Wir erfuhren, dass Naturgewalten wie Zyklone immer häufiger auftreten und verheerende Folgen für Mensch und Natur haben. Und schließlich berichtete Frau Theuerkauf von den Bemühungen der internationalen Klimapolitik seit 1992, die nach wie vor nicht sonderlich erfolgreich sind, weil zu viele nationale und finanzielle Interessen praktikable Lösungen fast unmöglich machen. 

Besonders der Fakt, dass so viele Länder es nicht einmal schaffen, dem Pariser Klimaschutzabkommen die gebotene Ernsthaftigkeit entgegenzubringen und die dort getroffenen Vereinbarungen zu erfüllen und dass dies auch keinerlei Auswirkungen auf die betreffenden Länder hat, war schockierend. Frau Theuerkauf nahm sich im Anschluss an ihren Vortrag noch die Zeit, auf unsere Fragen zu antworten. 

Was haben wir aus diesem Unterrichtsblock mitgenommen? Nun, offenbar hängt auch der Klimaschutz in erster Linie von finanziellen und nationalen Interessen ab. NGOs, die eine wertvolle Entwicklungshilfe leisten, können sich oftmals nicht gegen korrupte Strukturen in den sogenannten Nehmerländern durchsetzen. Hinzu kommen weitere Probleme wie mangelnde Bildung, fehlende Infrastrukturen und Naturkatastrophen, denen betroffene Länder zu wenig entgegensetzen können. Es müssen neue Lösungen gefunden werden, da dieses Thema uns alle angeht. Wir haben nur diese eine Erde, deren Ressourcen immer mehr zur Neige gehen. Schon heute gibt es Länder, in denen auf absehbare Zeit niemand mehr leben kann. Das führt zu weiteren Problemen, die ebenfalls gelöst werden müssen. 

Ob uns das noch rechtzeitig gelingt? Wir wissen es nicht. Aber wenn bei vielen Menschen das Bewusstsein dafür geweckt werden könnte, dass diese Probleme real sind und dass wir alle gemeinsam etwas dagegen tun können, wären wir schon einen großen Schritt weiter. Und Frau Theuerkauf hat dafür den Grundstein gelegt und machte uns auch Hoffnung, dass viele der Maßnahmen von NGOs und Regierungen selbst Abhilfe schaffen können. 

Sie erzählte uns zum Beispiel von ihrer Zusammenarbeit mit den lokalen Bauern in Madagaskar. Dort half sie bei der Erstellung eines Anbaukalenders, der die Veränderungen in der Umwelt und beim Klima berücksichtigt und so für größere Ernten sorgen kann. Zudem engagierte sie sich vor Ort in der Malariavorsorge. Besonders hier zeigte sich, dass mit kleinem Einsatz Großes erreicht werden kann. Die Nutzung von Moskitonetzen verringerte die Malariafälle um fast 80%. 

Und auch unabhängig von der wertvollen Arbeit von Frau Theuerkauf gibt es Grund zur Hoffnung. Bei der aktuellen UN-Klimakonferenz in Glasgow (COP26) haben sich bereits 100 Länder zusammengeschlossen, die bis zum Jahr 2030 die Abholzung von Wäldern beenden wollen. Solche Initiativen können langfristig dabei helfen, die Klimaprobleme zu verbessern und unseren Nachfolgegenerationen einen Ort zum Leben zu hinterlassen. Viele Kollegiat*innen, die dem Vortrag beiwohnen durften, werden die Botschaft nach außen tragen. 

Denn eines ist sicher: Trotz aller Herausforderungen, denen wir uns gegenübersehen, lohnt sich die Entwicklungszusammenarbeit sehr. Und es ist gut, dass es Menschen gibt, die sich für unsere lebenswerte Zukunft einsetzen. Danke dafür!

Text: Patricia Grüger

 

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