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"[...] Das gesamte Kollegium ist stets tolerant und umsichtig mit den persönlichen Umständen der Schüler und Schülerinnen umgegangen. [...] Unstimmigkeiten mit Fachlehrern bzw. Unzufriedenheit mit der eigenen Fächerwahl widerfahren immer wieder einigen Schülern. Ich hingegen wurde stets positiv überrascht, da ich ausschließlich von verständnisvollen und fachlich kompetenten Lehrern unterrichtet worden bin. Dafür noch einmal vielen Dank! An dieser Stelle muss ich noch mit einbringen, dass ich das Entgegenkommen und die Unterstützung der Angestellten sehr geschätzt und bewundert habe."

Sophie R., 23.9.2015

Victor Klemperer: Jude mit deutschem Herz und dem Geist eines Protestanten.

In diesem Paradoxon steckt das ganze Drama der Existenz Victor Klemperers. Er war ein Jude, der sich mit allen Kräften von dem Judentum seines Vaters befreien wollte, der deutsch und nur deutsch sein wollte.
Victor Klemperer hat mit seinem Leben Geschichte geschrieben. Er wurde als neuntes Kind in einer jüdischen Familie geboren. Sein Vater war ein Reformrabbiner, er nahm eine Stelle als zweiter Prediger der Berliner Reformgemeinde an und die ganze Familie zog nach Berlin um. Victor verbrachte seine Jugend im Schatten seiner älteren Brüder und erlebte lange Zeit eine wenig lineare berufliche Entwicklung. Diese Jahre beschreibt er als demütigend und geprägt durch die Ablehnung seiner Familie.
Victor Klemperer versuchte sich mit literarischen Arbeiten und Vorträgen in jüdischen literarischen Vereinen selbständig zu machen. 1912 konvertierte er zum Protestantismus. Der Übertritt zur evangelischen Kirche wurde von den Nazis später nicht akzeptiert. Als Victor Klemperer 1942 bei einer Befragung durch die Gestapo sagte: „Ich bin Protestant.", erwiderte der befragende Beamte: „Was sind Sie? Getauft? Das ist doch bloß Tarnung."


In seinen jungen Jahren entging ihm zwar die verheerende Militärbewegung nicht, aber dennoch begegnete er dem Ersten Weltkrieg nach eigenem Bekunden mit einer „vaterländischen Begeisterung und der vollkommenen Überzeugtheit von Deutschlands schneeweißer Unschuld, von Deutschlands berechtigtstem Anspruch auf die Vorherrschaft in Europa". Er hatte ein schlechtes Gewissen, dass er für sein Land nichts tun könnte, und meldete sich schließlich im November 1915 als Freiwilliger und befand sich bis zum März 1916 an der Front. Er erlebte den Krieg zuerst hautnah mit und arbeitete später als Zensor im Buchprüfungsamt der Presseabteilung des Militärgouvernements.
Nach dem 1. Weltkrieg zog er nach München. Die großen Universitäten blieben ihm jedoch verschlossen und so nahm er eine Stelle an der Technischen Hochschule in Dresden an, wo er bis zu seiner Entlassung 1935, aufgrund der Nürnberger Rassegesetze des NS-Staates, tätig war. In diesen Jahren veröffentlichte er wissenschaftliche Arbeiten zu französischer Literatur und Philologie und so wurden die Dresdner Jahre für Victor Klemperer zu einer äußerst schöpferischen Zeit.
Mit dem Jahr 1933 erfolgte der tiefe Einschnitt. Obwohl jüdischer Herkunft, blieb Victor Klemperer während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland. Er war unmittelbar von Hitlers antisemitischem Programm betroffen, versuchte jedoch diesen Gedanken vorerst soweit wie möglich zu verdrängen. „Ich flüchtete, ich vergrub mich in meinen Beruf, ich hielt meine Vorlesungen und übersah krampfhaft das Immer-leerer-Werden der Bänke vor mir."
Er hatte die Illusion, dass man ihn als Kriegsteilnehmer verschonen würde, und klammerte sich an seine Arbeit. Die Realität wurde ihm bald bewusst gemacht, als er 1935 von „Reichsstatthalter Mutschmann" aus dem Amt gejagt wurde.
Die kommenden Jahre waren von Elend und Not gezeichnet. Seine nichtjüdische Ehefrau Eva Klemperer war mutig und ließ sich trotz großen Drucks nicht von ihm scheiden. Dies gab Victor Klemperer Kraft und wurde für ihn zur Überlebenschance. In seinem Tagebuch schrieb er: „Evakuierung eingeborener Juden am kommenden Mittwoch, ausgenommen, wer über 65, wer das EK 1 besitzt, wer in Mischehen, auch Kinderloser, lebt. Punkt 3 schützt mich – wie lange?"
Seine Zeit verbrachte er nun mit wissenschaftlichen Studien im Japanischen Palais in Dresden, bis ihm als Jude auch der Besuch der Bibliothek untersagt wurde. Über den Angestellten, der ihm die niederschmetternde Nachricht überbrachte, dass er keinen Zutritt mehr zur Bibliothek hätte, schrieb er: „Der Mann war fassungsloser Erregung, ich musste ihn beruhigen. Er streichelte mir immerfort die Hand, er konnte die Tränen nicht unterdrücken, er stammelte. Es kocht in mir..."
1940 mussten Eva und Victor Klemperer aufgrund der Nürnberger Rassengesetze ihr Haus verlassen und wurden in ein „Judenhaus" eingewiesen. Die Stimmung war angespannt, die Ernährungsversorgung schlecht und ständige gewaltsame Haussuchungen der Gestapo machten das Leben unerträglich und deprimierten die beiden. Gemeinsam mit ihrem Mann ertrug Eva Klemperer Isolierungen, Demütigungen und ein Leben in Angst und Gefahr. Sie brachte Manuskripte und Aufzeichnungen nach Pirna, um sie bei einer Freundin zu verstecken und zu retten, während Victor Klemperer zur Zwangsarbeit verpflichtet wurde.
In dieser Zeit des Hoffens und Zitterns setzte sich Victor Klemperer intensiv mit dem Judentum auseinander. Er las viele Bücher. Trotz seines Unverständnisses in vielen Fragen des Judentums nahm er tiefe Anteilnahme am Schicksal der Leidensgefährten. Er gab auch die Hoffnung nicht auf. „Es fallen so viele rings um mich, und ich lebe noch. Vielleicht ist es mir doch vergönnt, zu überleben und Zeugnis abzulegen."
Sein Wunsch wurde wahr. Die Zerstörung Dresdens am 13. Februar 1945 bedeutete für ihn die Rettung vor der bevorstehenden Deportation, denn das Judenhaus, in dem er lebte, stand sofort in Flammen. Victor Klemperer rettete sich und floh mit seiner Frau bis nach Bayern, wo sie den Einmarsch der amerikanischen Truppen erlebten.
Nach dem Ende des Krieges kehrten sie nach Dresden zurück und in demselben Jahr nahm Victor Klemperer seine Tätigkeit als Professor an der Technischen Hochschule Dresden wieder auf. 1946 schrieb er alten Freunden: „Ich möchte gar zu gerne am Auspumpen der Jauchengrube Deutschlands mitarbeiten, dass wieder etwas Anständiges aus diesem Lande werde."
1947 veröffentlichte er „LTI". In den folgenden Jahren lehrte er an den Universitäten von Halle und Greifswald, doch er sagte: „Nie mehr werde ich ungezwungen sein." 1945, zusammen mit Eva, trat er der KPD bei. „Ich glaube, dass wir nur durch allerentscheidendste Linksrichtung aus dem gegenwärtigen Elend hinausgelangen und vor seiner Wiederkehr bewahrt werden können."
„Von der Gegenwart bis zum Tode leben wir in allen Stunden, aber zum Erlebnis werden uns nur die außerordentlichen, in denen unsere Leidenschaft schwingt, in denen wir das Wirken des Schicksals spüren." – LTI, Notizbuch eines Philologen, Reclam, 1975. S. 312.

Vera, DaZ, E-Phase 2014 (Projektarbeit)

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